„Es geht um Gerechtigkeit und Demokratie im Betrieb!“

Mitbestimmung, Respekt, faire Arbeitszeiten  – Fünf Beschäftigte berichten, warum sie Betriebsräte geworden sind.

Gothaer Fahrzeugtechnik GmbH/Feinkornstahlbau GmbH
Steffen Zucker, Betriebsrats­vorsitzender

„Für unsere Belegschaft war die Möglichkeit der Mitbestimmung vorrangiger Grund, einen Betriebsrat im Unternehmen zu installieren. Es ist deutlich zu erkennen, dass sich die Beschäftigten zunehmend für die Betriebe, in denen sie arbeiten, interessieren und ihren Beitrag zur Mitgestaltung leisten wollen. Sie wollen zeigen, dass ein Unternehmen nicht allein von „oben“ nach „unten“ geführt werden, sondern nur gemeinsam erfolgreich sein kann. Die Unternehmer müssen begreifen, dass nur eine motivierte Belegschaft in der Lage ist, den Betrieb nach vorn zu bringen und zu etablieren.
Von daher war es ein sehr wichtiges Signal für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer in Thüringen, dass Wirtschaftsminister Machnig uns volle Unterstützung für unsere Arbeit zugesagt hat.“

TechniSat Elektronik Thüringen GmbH
Carina Sinne, Stellvertretende Betriebsrats­vorsitzende

„Wir finden es wichtig, einen Betriebsrat zu gründen, um die Interessen der Belegschaft gegenüber dem Arbeitgeber vertreten zu können. Eine starke Gemeinschaft wie ein Betriebsrat kann mehr erreichen als eine einzelne Person. Gleichzeitig kann diese Gemeinschaft Einzelnen Schutz bieten. Leider leben wir in einer Ellenbogen-Gesellschaft, in der sich jeder einzeln durchsetzen soll. Gemeinsam mit Betriebsrat und Gewerkschaft ist das wesentlich einfacher, da man jemanden hat, der einem mit Rat und Tat zur Seite steht. Nur gemeinsam sind wir stark!“

Sulzer Metco Woka GmbH
Ute Grunwald, Betriebsrätin

„Ein Betriebsrat ist einfach notwendig, um die Interessen der Kolleginnen und Kollegen im Betrieb zu vertreten. Ohne Arbeitnehmervertretung im Betrieb werden Entscheidungen über die Köpfe der Beschäftigten hinweg getroffen. Die Existenz des Betriebsrates gibt uns außerdem eine gesetzliche Basis dafür, am Geschehen im Betrieb mitzuwirken. Wer gute Arbeit erwartet, muss gute Voraussetzungen dafür schaffen. Das geht nur, wenn die Meinungen und Erfahrungen der Beschäftigten einbezogen werden. Wir sind der festen Überzeugung, dass eine gute Betriebsratstätigkeit auch gute Arbeitsleistungen zur Folge hat.“

Mitec Engine.tec GmbH
Andrè Keller, Betriebsrat

„Wichtigster Grund, mich als Betriebsrat aufzustellen, waren die familienunfreundlichen Arbeitszeitregelungen in unserem Unternehmen. Ständig am Wochenende zu arbeiten ist nicht familienfreundlich. Freizeit muss planbar sein. Ein Betriebsrat hat da weitreichende Möglichkeiten, im Einklang mit den Interessen des Betriebes und der Arbeitnehmer eine Lösung zu finden. Ansonsten möchte ich daran mitwirken, dass es einen respektvollen Umgang der Vorgesetzten gegenüber ihren Mitarbeitern gibt. Da hat es in der vergangenen Zeit so manche Stilblüte gegeben. Das muss aufhören. Es geht um Gerechtigkeit und Demokratie im Betrieb! Als Betriebsrat gemeinsam mit der IG Metall wollen wir diese und vielen andere Themen ansprechen und verbessern. Nur so wird es uns gelingen, unsere Beschäftigten wieder zu motivieren und hier in Eisenach zu halten.“

PTC GmbH
Christian Dübner, Betriebsrat

„Die Arbeitsbedingungen sind entscheidend: Dazu gehören familienfreundliche Arbeitszeiten ohne ständige Wochenendarbeit. Besonders wichtig sind freie Sonntage. Arbeitnehmer sind die wichtigste Investition für ein Unternehmen. Das muss sich im Umgang zwischen Unternehmensleitung und Belegschaft widerspiegeln. Arbeitnehmer sind respektvoll zu behandeln! Klar ist außerdem: Der Betriebsrat ist für die Belegschaft wichtig, aber wir wollen auch einen ordentlichen Tarifvertrag. Gute Arbeit muss sich lohnen.“