Liebe Leserinnen, liebe Leser!

Matthias Machnig, Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

Wir bleiben auf Kurs: Das letzte Jahr war eines der erfolgreichsten in der jüngeren Wirtschaftsgeschichte Thüringens. Die Thüringer Wirtschaft hat mit einem um 4,1 Prozent gestiegenen Bruttoinlandsprodukt im 1. Halbjahr 2011 einen Wachstumsrekord erzielt und Schwergewichte wie Bayern und NRW hinter sich gelassen. Für rund 60 Neuansiedlungen und 205 Erweiterungsinvestitionen wurden im letzten Jahr Fördermittel zugesagt. Damit sind Investitionen von über 1 Milliarde Euro und über 3000 neue Arbeitsplätze verbunden. Neue, europaweit aktive Unternehmen sind nach Thüringen gekommen, andere haben ihre Produktion erweitert. 

Um in diesem guten Fahrwasser zu bleiben werden wir auch in diesem Jahr unser Koordinatensystem auf die Innovations- und Zukunftsfähigkeit der Wirtschaft ausrichten. Ein zen­traler Punkt ist die praktische Umsetzung der Energiewende: Der Ausbau der Erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und Stromspeicher zählt dazu, die Stärkung der Kommunen als Energieproduzenten und der Ausbau von Forschung, Entwicklung und Produktion in dieser Branche. Die Erneuerbaren haben den großen Vorteil: Unternehmen, Städte und Genossenschaften können selbst Strom produzieren und damit Geld verdienen. In Zeiten klammer Kassen ist die Stromproduktion gerade für Kommunen eine Einnahmequelle.

An zentraler Stelle in unserem Koordinatensystem steht die Schaffung von guter Arbeit. Noch gibt es viele Unternehmen, die von Niedriglöhnen, fehlender Mitbestimmung, unsicheren Arbeitsverträgen und einem Klima der Angst geprägt sind. All das hat in jüngster Zeit eine ganze Reihe von Beschäftigten dazu bewegt, Betriebsräte zu gründen. Dazu gehört auch heute noch Mut: Manche frisch gewählten Betriebsräte werden von ihren Firmenleitungen schikaniert und unter Druck gesetzt. Das sind Zeichen, dass die Mitbestimmung in Thüringen gestärkt werden muss. Nur wo es starke Betriebsräte gibt, existieren faire Löhne und Arbeitszeiten. Betriebsräte sind ein wichtiger Pfeiler der Demokratie: Je höher der Grad der Mitbestimmung, umso größer die Demokratie in der Wirtschaft.
Ein weiteres Problem: Thüringen hat die rote Laterne bei der Leiharbeit und ist im Bundesländer-Ranking auf dem allerletzten Platz, wenn es um Niedriglöhne geht. 34 Prozent der Beschäftigten verdienen weniger als 8,50 Euro die Stunde. Das reicht in Deutschland zum Überleben, aber nicht zum Leben. Solche Löhne sind unwürdig, unsozial und ganz einfach inakzeptabel. Wenn Thüringen sein Image stärken will, wenn der Freistaat junge Thüringerinnen und Thüringer halten und Leute aus anderen Bundesländern und Ländern anziehen will, dann braucht der Freistaat eine Kultur der guten Arbeit.

Die Missstände in der Arbeitswelt dürfen nicht länger unter den Teppich gekehrt werden! Wir brauchen hier in Thüringen ein breites gesellschaftliches Bündnis für gute Arbeit bestehend aus Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Kultur, das sich für gleiche Löhne in Ost und West, für einen Mindestlohn, für gute Arbeitsbedingungen und Mitbestimmung stark macht. Wir brauchen
einen breiten Konsens darüber, dass der Freistaat einen Kurswechsel hin zu guter Arbeit vornehmen will!

Dies sind unsere Koordinaten, innerhalb derer wir uns in diesem Jahr weiterbewegen werden. Machen Sie mit!

Ich wünsche ihnen ein gutes neues Jahr!

Ihr

Matthias Machnig
Thüringer Minister für Wirtschaft, Arbeit und Technologie

Publikation

Pumpspeicherkataster Thüringen.

Ergebnisse einer Potenzialanalyse.

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